Mentoringwerkstatt

von Claudia Rüegg

Viele wichtige Lernprozesse entfalten sich zwischen Personen. Je länger wir an Bildschirmen festkleben, desto mehr gewinnen analoge Beziehungen an Wert und Bedeutung. Vielleicht erklärt das die neue Nachfrage und Beliebtheit von Mentoring-Programmen, speziell im Rahmen von Diversity-Management? Möglich aber auch, dass in unserer durchmischten Zuwanderungs-gesellschaft nicht zuletzt aufgrund starker Erwerbsbeteiligung von Frauen die alten Seilschaften und das legendäre Giesskännchen mit Vitamin B nicht mehr in der nötigen Breite funktionieren.

Seit Jahren aktiv bei der Realisierung von Mentoring-Projekten, vermittelt Elisabeth Michel-Alder einen Überblick über Rahmenbedingungen, Konzepte, Aufbau, Management und Probleme von Mentoring-Programmen in Unternehmen, Berufsverbänden oder Bildungsinstitutionen.

Mentoring meint eine Lernallianz, unterstützende Begleitung, eine Sparring Partnership. Und umfassende Programme können als Instrument zur Organisationsentwicklung funktionieren. Ein

Kernthema der Mentoring-Diskussion ist das Gefälle in der Beziehung. Kann in unserer aktuell hoch dynamischen Gesellschaft, wo sich die Halbwertszeit von Wissen und Erfahrung laufend verkürzt und junge Menschen spannende Erfahrungen machen, die älteren ganz unzugänglich sind, mit gutem Grund einzelnen Personen à priori ein Vorsprung zugeschrieben werden?

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