Neuorientierung und Kapazitätspuffer im Unternehmen

von Elisabeth Michel-Alder

Modell Spektrum

In jeder Unternehmung, sei sie öffentlich oder privat, ist ein gewisser Prozentsatz der Mitarbeiten-den auf der Suche nach einem stimmigen Einsatzbereich. Es geht sowohl um Personen zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn als auch um bewährte Fachleute, die jenseits von 45 innehalten und nochmals wählen wollen oder aus strukturellen, konjunkturellen oder gesundheitlichen Gründen nochmals wählen müssen. Oder um Mütter oder Rekonvaleszente, die nach einer längeren Auszeit ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnehmen.

Komplementär zu dieser personenbezogenen Problemlage nehmen wir in allen schlank aufge-stellten Arbeitsorganisationen einen hohen Bedarf an Kompetenz- und Kapazitätspuffer wahr, weil unvorhersehbare oder sehr arbeitsintensive Situationen mit rasch und nur vorübergehend verfügbarem zusätzlichem Personal bewältigt werden müssen. Die beiden Themen – Flexibilitätsreserve und Reorientierung – lassen sich bestens kombinieren, wie ein Beispiel aus Deutschland beweist. Voraussetzung ist ein (wissenschaftlich untermauertes) Verständnis von Personen, ihrem Leistungspotential und ihrem Arbeitsvermögen, das einer förderlichen Umgebung grössere Bedeutung zuweist als individuell zugeschriebenen Talenten. Ein Wechsel von Aufgaben, Gruppe, Führung und Anforderungen setzt bei Personen meist neue Kräfte und Kompetenzen frei.

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