Steigen Nachfrage und Wert älterer Arbeitnehmender?

Anfangs September 2007 fand in St. Gallen der dritte World Ageing and Generations Congress statt. Was bedeutet die Alterung der Weltbevölkerung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?

Die Politik reformiert die finanziellen Alterssicherungssysteme mit dem Ziel einer nachhaltigen materiellen Basis. Die Wirtschaft erforscht sich wandelnde Konsumbedürfnisse und kommt einmal mehr zum Schluss, dass das Motto “Forever young” durch den Leitsatz “Never old” abzulösen sei. Denn Frauen und Männer über 60 legen – einen entsprechenden Lebensstil pflegend, solange sie gesund bleiben - Wert auf Unabhängigkeit, Horizonterweiterung und gute soziale Vernetzung, womit sie sich von Vierzigjährigen kaum unterscheiden.

Wie sehen Experten und Expertinnen den künftigen Arbeitmarkt für Silberfüchse? Einerseits werden finanzielle Anreize für längeres Verweilen über die Pensionierungsgrenze hinaus in den Unternehmen gefordert, weil sonst in absehbarer Zeit wichtige Fach- und Führungskräfte fehlen. Anderseits setzen Wissenschafter auf die Zuwanderung gut Ausgebildeter oder auf die Möglichkeit, dank Informationstechnologie weitere Abschnitte des Produktionsprozesses in Schwellenländer auszulagern und dadurch die Belegschaft in Europa generell zu reduzieren.

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen…. Wir wissen nicht, welcher der Trends sich schliesslich durchsetzt oder ob es ganz anders kommt. Entscheidend ist für Individuen, dass sie am Ball bleiben und ihre fachliche wie IT-Kompetenz laufend à jour halten. Und für Unternehmen und Verwaltungen heisst das Erfolgsrezept: Verschiedenste Szenarien im Auge halten, Wissensverlust durch frühe Verrentung vermeiden, Weiterbildung auch jenseits von 50 fördern und ferne Länder mit gut ausgebildeten Fachleuten als mögliche Arbeitsmärkte ins Visier nehmen.

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