Erwerbsleben Abschliessen

Zwar arbeitet rund ein Drittel der Bevölkerung nach 64/65 weiter, doch fast ebenso gross ist die Gruppe, die schon vor dem offiziellen Rentenalter den Job an den Nagel hängt. In den letzten Monaten zeichnen sich bei diesem Thema – gemäss Befragungen, etwa des Beratungsunternehmens Deloitte – bedeutsame Veränderungen in den Köpfen ab. Um ein gewisses Renten-niveau sicherzustellen sind offenbar inzwischen rund 40% der Berufstätigen bereit, länger zu arbeiten. Doch die meisten Unternehmen beenden ihre Arbeitsverträge ungerührt mit dem 64/65. Geburtstag. Zumindest in den Branchen oder Landesteilen mit Fachkräftemangel wird in letzter Zeit über eine Entfristung der Anstellung nachgedacht. Unternehmen wie Roche gehören zu den Pionieren. Silberfuchs möchte solche Überlegungen unterstützen und vor allem Knowhow beisteuern, wenn es in diesem Zusammenhang um konkrete Massnahmen, Strategien, Dilemmatas, Fragen der Sozialversicherung oder Umgang mit unerfüllbaren Wünschen geht.

Augen schliessen funktioniert nicht mehr: Den Jahrgängen – sagen wir ab 1950 – schenkt der demografische Wandel rund zehn zusätzliche fitte Jahre. Sie erhalten die Chance, das Älterwerden im Beruf und darüber hinaus neu zu erfinden. Doch sie müssen entscheiden, wie sie die Zusatzzeit nutzen und erfüllen wollen. 

Wie verändern sich im demografischen Wandel Laufbahnmuster und Nachfrage nach Weiterbildung? Wie reden Arbeitgebende heute mit 25Jährigen über das sechzig Jahre dauernde Erwerbsleben? Wie unterstützen Unternehmen Mitarbeitende, im Beruf engagiert älter zu werden, den Sinkflug erst jenseits von 60 oder 65 anzutreten und nicht in ungünstigen Vorurteilen zu ersticken?

Die finanzielle Altersvorsorge ist Spitzenreiter auf dem Sorgenbarometer der Bevölkerung   und die Medien berichten regelmässig über Probleme und mögliche Abhilfe. Doch profunde Kenntnisse über das schweizerische Vorsorgesystem sind dünn gesät und auf (oft interessengebundene) Experten konzentriert. Die Materie gilt als trocken, kompliziert und mehrdeutig, weil von verschiedenen instabilen Rahmenbedingungen abhängig.

Schritt halten mit den neuen Konzepten des Bundesrates

Nachdem Bundesrat Alain Berset im November 2012 sein Reformprojekt lanciert hat, beschäftigt das Thema Sozialversicherungen verschiedene politische Akteure und Medien. Prof. Thomas Gächter, Sozial- und Staatsrechtler der Universität Zürich, plädiert vor allem für mutige Reformen bei der betrieblichen Vorsorge, wo die Gestaltungsspielräume beträchtlich sind.